Alle Jahre wieder: Die Ost-West-Trassen-Diskussion. Ein Beitrag zur Beendigung.

tl;dr: Der Straßenbauzombie Ost-West-Trasse ist wieder im Gespräch. Dabei böte eine Brücke auf Höhe der Rheingrafenstraße eine gute Alternative.

Es weihnachtet sehr und auf den Wunschzetteln vieler Lokalpolitiker steht auch dank des aktuellen Verkehrsentwicklungskonzepts ein Zombie-Straßenbauprojekt: Die Ost-West-Trasse. Die schon oft totgesagte Straße entlang des Kohlenwegs an den Bahngleisen, die Bosenheimer Straße und Ochsenbrücke auf der einen und mittels eines aufgeweiteten Bahnviadukts die Salinenstraße auf Höhe der Moltkestraße auf der anderen Seite verbindet.

In die Kritik geriet das Projekt Anfang des Jahrzehnts. Im Jahr 2011 sprach sich die Mehrheit bei einer Bürgerbefragung gegen das Projekt aus. Kritisiert wurde vor allem die Belastung für die Berufsbildende Schule, unter deren Fenstern die neue Straße verlaufen würde. Dabei gäbe es eine Alternative. Die Alternative, das ist die Rheingrafenstraße.

Bisher ist’s so, dass die Salinenstraße als B48 den Stadtteil Bad Münster-Ebernburg und sein Hinterland mit der Kernstadt und den Gewerbegebieten samt Autobahnanschlüssen im Osten der Stadt verbindet. Der Bahndamm, der südlich der B48 verläuft, macht viele Verbindungen zur Südstadt fast unmöglich: Ein einspurig befahrbares Viadukt und die Rheingrafenstraße mit ihrem Bahnübergang. Das war’s. Danach kommt schon der dauerüberlastete Knoten an der Kreuzkirche, wo bisher fast alle Verkehrrströme der Stadt zusammenlaufen.

Wie sähe nun die Alternative aus, die den Berufsschülern abgaserfüllte Klassenzimmer erspart? Kurz gesagt: Es geht um eine Brücke. Eine Brücke am Ende des Kohlenwegs, die dort an die Rheingrafenstraße in Richtung Salinenstraße anschließen würde. Platz wäre genug da. Zwischen Kohelnweg, Bösgrunder Weg und der südlich der Bahn gelegenen Rheingrafenstraße standen früher Häuser. Inzwischen sind sie abgerissen. Zwischen Bahn und Weingut Finkenauer ist heute nur noch eins: Ein Parkplatz. Und auf der östlichen Seite der Ecke Bösgrunder Weg und Kohlenweg steht nur ein einziges Haus auf einer ebenfalls recht großen Freifläche (Ansicht bei Google Maps: https://goo.gl/maps/wf4J2nkv11s).

Auf diesen Arealen wäre genügend Platz, dass man dort alle Verkehrsanschlüsse zu Rheingrafenstraße nach Süden, Kohlenweg sowie Bösgrunder Weg und Ringstraße herstellt. Genügend Platz für eine Brücke, die sich dort nach oben schwingt, leicht östlich der jetzigen Rheingrafenstraße die Gleise überquerst und über einem sehr kleinen Dreieck des großen Villenkomplexes, der inzwischen in viele kleine Wohnungen unterteilt ist, schließlich auf die Rheingrafenstraße im Norden der Gleise führt. Auf der Südseite müsste eine Baracke daran glauben, auf der Südseite ein kleines Stück des Gartens dieses Villenkomplexes. Dann noch ein Kreisel an der Kreuzung Rheingrafenstraße und Salinenstraße, fertig.

Die Vorteile dieser Lösung: Man kann immer noch versuchen, den Bund als Geldgebeber einzubeziehen, denn schließlich könnte man die B48 auch auf diese Trasse verlegen. Und auch mit der Bahn dürfte es einfacher werden: Während die Aufweitung des Viadukts nach den bisherigen Plänen Baustellen und damit Verspätungen bedeuten, also etwas, was die Bahn nicht mag, würde die Brückenlösung selbst im Bau den Bahnverkehr kaum beeinträchtigen und der Bahn danach einen Bahnübergang weniger bescheren. Was die Bahn mag.

Wäre das nicht eine Option?

 

Foto: Stefan Butz

Ein Kommentar zu “Alle Jahre wieder: Die Ost-West-Trassen-Diskussion. Ein Beitrag zur Beendigung.

  1. Meine Rede seit der Befragung …. O/W „light“ – Kohlenwegausbau ja, aber „nur“ zweispurig und bis Rheingrafenstraße.
    Aber auf mich hört ja wieder keiner …. 😉

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