Ich bin nicht Thomas. Und schon gar nicht Leitkultur.

Bundesinnenminister Thomas De Maizière macht die Leitkulturdebatte wieder auf. Mit zehn Thesen (warum nicht gleich 95?), die er aber nicht an der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen hat, sondern exklusiv an Bild am Sonntag verkauft hat. In der Süddeutschen kann man ein paar davon lesen. Die sind übel. Versuch einer Replik:
 
Ich sage meinen Namen nicht jedem. Ich gebe auch nicht jedem die Hand. Vermummungsverbot ist scheiße. Und „Wir sind nicht Burka“ ist kein deutscher Satz.
 
Leistung ist kein Selbstzweck.
 
Religion ist zum Glück immer weniger Kitt der Gesellschaft und kann mir gestohlen bleiben.
 
Die Zivilkultur zur Regelung von Konflikten nennt man Justizapparat. Und wer glaubt, dass Biodeutsche keine Anknüpfungspunkte zwischen Ehre und Gewalt kennen, sollte mal im nächsten Frauenhaus anrufen.
 
Ja, wir sind Teil des Westens – im Sinne der Aufklärung. Die Nato ist aber keine Philosophenvereinigung. Sie schützt daher nicht die Aufklärung, sondern Kapitalinteressen.
 
Ich befürchte, dass die restlichen Thesen, die Bild am Sonntag als exklusiv zurückhält, genauso niveauarm sind.

Die Farce der französischen Linken

Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.
(Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte)

Die Farce beginnt. Sie beginnt mit Jean-Luc Mélenchon, dem französischen Präsidentschaftskandidaten der Linken, dem Kandidaten von La France insoumise, dem widerspenstigen Frankreich. Widerspenstig? Das wäre schön. Was Mélenchon macht, ist aber nicht widerspenstig, sondern dumm und brandgefährlich. Als einziger der demokratischen Kandidaten mit großem Stimmenanteil im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl hat er sich nicht sofort und eindeutig entschieden, den Demokraten Emmanuel Macron im Kampf gegen die Faschistin Marine Le Pen im zweiten Wahlgang zu unterstützen. Das berichtet unter anderem die New York Times.

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Hoffen auf Bunga-Bunga

Jetzt gilt’s:

Donald Trump hat nach einer furiosen ersten Woche, in der er Dekret nach Dekret unterzeichnete, erstmals Widerspruch erfahren müssen – von einem New Yorker Gericht, das sein Muslim-Einreiseverbot in vier konkreten Fällen aufhob. Auch prüfen die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten, ob sie Klage erheben sollen, da ihrer Auffassung nach das Dekret verfassungswidrig ist.

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Alle Jahre wieder: Die Ost-West-Trassen-Diskussion. Ein Beitrag zur Beendigung.

tl;dr: Der Straßenbauzombie Ost-West-Trasse ist wieder im Gespräch. Dabei böte eine Brücke auf Höhe der Rheingrafenstraße eine gute Alternative.

Es weihnachtet sehr und auf den Wunschzetteln vieler Lokalpolitiker steht auch dank des aktuellen Verkehrsentwicklungskonzepts ein Zombie-Straßenbauprojekt: Die Ost-West-Trasse. Die schon oft totgesagte Straße entlang des Kohlenwegs an den Bahngleisen, die Bosenheimer Straße und Ochsenbrücke auf der einen und mittels eines aufgeweiteten Bahnviadukts die Salinenstraße auf Höhe der Moltkestraße auf der anderen Seite verbindet.

In die Kritik geriet das Projekt Anfang des Jahrzehnts. Im Jahr 2011 sprach sich die Mehrheit bei einer Bürgerbefragung gegen das Projekt aus. Kritisiert wurde vor allem die Belastung für die Berufsbildende Schule, unter deren Fenstern die neue Straße verlaufen würde. Dabei gäbe es eine Alternative. Die Alternative, das ist die Rheingrafenstraße.

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